Archiv der Kategorie: Punk

Infos über Punk in der DDR

Die Medien feiern gerade 40 Jahre Punk. Es ist schon seltsam, warum gerade 40 Jahre so ein wichtiges Jubiläum ist – vielleicht ist gerade sonst nix los. Wie auch immer – um auch an dieser Stelle nochmal daran zu erinnern, dass Punk in der DDR nicht (nur) purer Spaß und Freude war, verweise ich hier mal auf ein paar Quellen aus denen authentische Informationen von Zeitzeugen zu erhalten sind.

Zuerst der Film: „Too much future“ – den gibt’s (zur Zeit zumindest) in voller länge auf YouTube zu sehen.

Und zum Lesen:

Ichfunktion Interview – August 1992

Als Key Pankonin nach seinem Armee-Dienst nicht mehr zurück zur Firma (der Band) konnte, gründete er seine eigene Kapelle. Die Ichfunktion. 1992 erlebte diese Band bereits ihre Reunion und aus Anlass der Veröffentlichung des ersten (und einzigen) Albums kamen die drei Bandmitglieder ins Parocktikum-Studio.
Es entstand ein engeregtes Gespräch, abgeschlossen von einem überraschenden Anruf von Aljoscha Rompe. Den Wortlaut des Messitsch-Interviews, auf das mehrmals Bezug genommen wird, findet sich auf der inoffiziellen Ichfunktion-Website.
Das Audio mit dem kompletten Interview vom 19. August 1992 ist hier wieder ohne Musik zu hören. Viel Spaß dabei.

Interview mit Key Pankonin

Im Mai 1993 ist Key Pankonins Buch „Keynkampf“ erschienen. Ich habe damals – schon bei Fritz – eine Blue-Moon-Sendung mit Key gemacht. Hauptsächlich hat er aus seinem Buch gelesen und wir haben dazwischen passende Musik gespielt. In der ersten halben Stunde hat Key im Schnelldurchlauf seine Lebensgeschichte erzählt und ich habe ein paar Nachfragen gestellt. Das passt vielleicht ganz gut zur Musik der Ich-Funktion, die ihr dort finden könnt…

Papierkrieg

Man kann nicht immer alles haben, aber manchmal hilft jemand und dann hat man noch was neues. Seit kurzem befinden sich die Songs des 89er Tapes von Papierkrieg „Noch nie hat eine Diktatur ihre Volksabstimmung verloren“ in meiner MP3-Sammlung. Dank an Sebastian F. :-)

Damit kann ich hier noch ein paar Stücke der Frankfurter (Oder!) Band posten. Viel Vergnügen.

Paranoia

Im Parocktikum/Wiki sind in letzter Zeit viele neue Einträge zu Dresdner Bands erschienen. DustyRoy hat sich vor allem um die Aktualisierungen verdient gemacht. Danke. Ich habe bei der Gelegenheit auch mal wieder in „Wir wollen immer artig sein“ von Galenza/Havemeister geschmökert. Das Kapitel „Tal der Ahnungslosen / Untergrund in Dresden“ erzählt interessante Details über die Entwicklung der Dresdner Punk-Szene. Paranoia ist aus dieser Geschichte nicht wegzudenken – eher der Mittelpunkt dessen, was in der ersten Hälfte der 80er Punkmässig in Dresden passiert ist. Hier gibts heute die beiden Paranoia-Songs, die im Parocktikum gelaufen sind. Mehr findet ihr im Wiki.

Müllstation

Nachdem ich nun auch das mir vorliegende Material von Müllstation ins Wiki übernommen habe, soll hier, quasi als Hinweis und gute Gelegenheit ein weiterer Song der Eislebener Punk-Band präsentiert werden. Das Stück stammt vom 88er Tape und ist seither, soweit ich herausfinden konnte nicht wieder veröffentlicht worden. Der Text ist für gelernte DDR-Bürger ein echter Knüller – für nicht-DDR-Erfahrene mutet der Humor vielleicht etwas schräg an.


Müllstation – „Arbeitszeit Leistungszeit“

Müllstation 1984

Punk in der DDR gabs quasi zeitgleich zur Punkbewegung im Westen. Das wurde von den DDR-Medien nicht wirklich wahrgenommen. Anfang der 80er haben zum Beispiel in Saalfeld Eisleben die Punker um Steve Aktiv und Harty Sachse alias „Müllstation“ erste Aufnahmen hergestellt. Alfred Hillsberg, damals als Undergroundpionier aus’m West’n auf DDR-Reise (und unter genauer Beobachtung der Organe), war angetan vom frischen Dilettantismus der Mansfelder Jugendmusikgruppe. Vielleicht war auch dieses Lied unter denen, die Müllstation ihm damals mit auf den Weg gaben: „Tanz auf der Badewanne“, aufgenommen im Mai 1984.

Die Mimmis (Interview vom 11.4.1990)

Das Jahr 1990 war für alle jungen Musikfans aus der DDR eine pure Aufholjagd. Alle Bands musste man sehen, koste es was es wolle. Meine beim Boa-Konzert in der Seelenbinder-Halle angesprochene Top-5 Liste (Residents, Nick Cave, Neubauten, Fall, Cramps) war schnell abgearbeitet. Über die teilweise Enttäuschung spreche ich im folgenden Sendungsausschnitt.

Aber eigentlich gehts um die Mimmis. Fabsi hat das Parocktikum schon vor der Wende mit Platten bemustert. Klar, dass wir uns treffen mussten, wenn er in Berlin war. Die Zeit war ein bissel ungünstig, weil der Osten gerade Kohl an die Macht (wieder/vereinigt)gewählt hatte. Damals wurde man auch als politisch korrekter Ossi immer irgendwie mitverantwortlich gemacht… Egal. Fabsi hats jedenfalls geblickt und freute sich damals auf die Tour durch den Osten.