Audio

PopNoise – Westkontakte 1988

Mit zunehmender Bakanntheit des Parocktikum in der DDR sind auch automatisch mehr und mehr Hörer aus Westberlin und der BRD auf die Sendung aufmerksam geworden. Es gab Hörer aus der DDR, die ihren Bekannten im Westen von der Sendung erzählt haben und irgendwann nahmen dann auch Leute aus der Musikszene Kontakt mit mir auf. Einer dieser Kontakte entstand mit den Machern des Fanzines „PopNoise“ aus Duisburg.

Dieser und ähnliche Kontakte führten zu einem Austausch im gegenseitigen Interesse: Ich lieferte Informationen und Material zur DDR-Szene und bekam im Gegenzug Material (vor allem in Form von spielbarer Musik) westdeutscher und internationaler Bands. Im Winter 1988 kamen die Macher von Popnoise nach Ostberlin und ich habe mit ihnen ein Interview aufgenommen, dass dann im März im Parocktikum lief. Zu dem Treffen sollte damals eigentlich auch Tom G. Liwa erscheinen. Der wurde allerdings an der Grenze abgewiesen… Peter Hartinger, Uwe Scherer, Rainer Demond im Parocktikum-Interview.

MCB – Metal im Becken

Das heutige Audio hat nicht direkt was mit dem Parocktikum zu tun. Es handelt sich um ein Ereignis, das bereits 1985 stattgefunden hat und mehr so im Metalumfeld angesiedelt ist. Da es sich aber um ein interessantes Experiment und um eine Inspirationsquelle späterer, Parocktikum-relevanter Aktivitäten handelt, gehört es schon hier her.

Im August (26. – 28.8.) 1985 wurde unter der Regie des Rundfunkproduzenten Ebs Mende das Metal-Trio MCB im leergepumpten Becken der Schwimmhalle Radebeul aufgenommen. Bei der Session wurden 3 Songs eingespielt. Wie MCB damals funktionierte und was es mit dieser Produktion auf sich hatte, ist in dem gut 20 minütigen Feature vom November 1985 zu erfahren.

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Herr Blum 1989

Diesmal gibt es drei Songs eines Berliner Musik/Kunst-Projektes, das hier im Podcast schon mal Thema war. Herr Blum, bestehend aus Thomas und Jürgen Wagner traten zwischen 1987 und 1998 gemeinsam auf. Drei Tapes und zwei Album sammeln die akustischen Ergebnisse dieser Arbeit. Die drei Songs hier sind im Rahmen einer Rundfunkproduktion im Frühjahr 1989 entstanden. [@wiki]

Herr Blum – „Hochhäuser“
Herr Blum – „Hans im Glück“
Herr Blum – „Kleiner Mann“

Oh Yeah Crap!

Die Geschichte von Oh Yeah Crap! ist nicht mit ein paar Worten erzählt. Deshalb hier der Verweis auf die Kopie eines Interviews, das ich 1990 für die Zeitschrift Messitsch mit den Musikern geführt habe. http://www.parocktikum.de/wiki/Oh Yeah Crap!.

Die beiden Songs hier wurden im Dezember 1990 im C29 am Berliner Luxemburg Platz mitgeschnitten.

Oh Yeah Crap! – „Der Kuss“
Oh Yeah Crap! – „B.L.A.“

This Pop Generation

Wie Mark Modsen in seiner Messitsch-Serie „die glorreichen Achtziger“ [@wiki] so richtig feststellte: Ab 1986 wurde die Ostberliner Indie-Szene so unüberschichtlich, dass man Besetzungslisten nur als Augenblick-Aufnahmen einer sich ständig verändernden MitspielerInnen-Konstellation verstehen konnte. Eine dieser Momentaufnahmen war das Projekt „This Pop Generation“ [@wiki]. Katrin Schröder, Steve Binetti und Martin Leeder waren (aus den unterschiedlichsten Gründen) eine zeitgemässe „Experience“ der anderen Art.

Die wuchtige SoundMauer aus der sehr konkreten Binetti-Gitarre, den präziesen Leederschen Sticks/Bricks und dem abbindenden Bass von Katrin Schröder war ein idealer Hintergrund für die einfachen Popsongs aus der Feder von Binetti. Die drei Aufnahmen hier sind von der Kassette die das Trio Mitte 1987 aufgenommen hat.

This Pop Generation – „I Can Look Away“
This Pop Generation – „This Pop Generation“
This Pop Generation – „Violent Touch“
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die anderen – Parocktikum-Session

Nachdem Toster die Songs von die anderen [@wiki] von der Gema losgeeist hat, kann ich hier im Podcast nun alles raustun. Eine gute Gelegenheit, eine Rarität anzubieten: die Parocktikum-Session vom 25.10.1987. Das Audio, das ich in meinem Archiv gefunden habe ist ein Zusammenschnitt, der sich vom Original-Konzert und von den Ausschnitten die im Parocktikum gespielt wurden unterscheidet. Eventuell ist das eine Fassung die für Duett(?) angefertigt wurde. Enthalten sind:

  • Wunderbar
  • Your Radio
  • Subway
  • Pauls Hochzeit
  • Live in Paradies
  • Crash

Viel Spaß beim anhören – mittanzen – mitsingen :-)

Übrigens gibt es diverse Dokumente incl der gescannten Set-Liste und dem offiziellen „Mitwirkungsprotokoll“ als PDF im Parocktikum/Archiv www.parocktikum.de/manuskripte/dieanderen.pdf.

SFBeat 26.5.1989 mit Feeling B und Tina

Das Jahr 1989 war aus DDR-Sicht ein Jahr extremster Hoch-und-Tiefs. Platz des Himmlischen Friedens, Fluchtbewegung, Neues Forum, Appell der “Unterhaltungskünstler”, Montagsdemos, Dialog, Maueröffnung. In knapp 7 Monaten drehte sich das oberste zu unterst, wie man so sagt. Ein Steinchen im Mosaik war der Auftritt von Feeling B, die anderen und Tina has never had a Teddybear im Quasimodo in Westberlin unter der Obhut vom “Kommitee für Unterhaltungskunst”.

Am 26.Mai 1989 kam es in der Westberliner Masurenallee, in den SFB-Rundfunkstudios zu einer Begegnung der anderen Art. Aljoscha Rompe und Mitglieder von Tina… waren zum Interview in den SFBeat gekommen. Der schlecht vorbereitete Moderator wusste leider gar nix mit den Musikern aus der anderen Stadthälfte anzufangen. Bedauerlicher Weise war er wohl auch kein Musikjournalist – jedenfalls hatte er absolut keinen Plan, wie man ein Interview hinkriegt, wenn die Musiker keinen Bock auf oberflächliche Underground-Klisches haben.

Die Aufnahme ist ein Paradebeispiel für das latente Mißverstehen zwischen Ost und West, zumindest in Bezug auf die Musikszene der damaligen Zeit. Auf der einen Seite sehr wizig anzuhören nach der langen Zeit (damals habe ich einen Wutanfall bekommen, als ich das Interview im Radio gehört habe), andererseits ein interessanter Einblick in die Befindlichkeit junger DDR-Musiker, die zum ersten Mal im Westradio sprechen durften (mit Ausnahme von Aljoscha, der da schon Erfahrung hatte).

Knut Baltz Formation

Dieser Blogeintrag ist (ein weiteres Mal) dem musikalischen Schaffen des Karl-Marx-Städter Fotografen Florian Merkel [@wiki] gewidmet. Seit 1987 hat er in wechselnder Besetzung das Soloprojekt Knut Baltz Formation [@wiki] betrieben. Dem Parocktikum wurde erstmals im Herbst 1987 ein Tape mit 5 Songs zugesand.

Die Knut Baltz Formation tritt noch immr in unregelmäßigen Abständen da und dort auf. Infos darüber findet man auf dem sehr seltsamen Webauftritt knutbaltzformation.de.

Knut Baltz Formation – „Pogo For Ever“
Knut Baltz Formation – „Sag mir wo du stehst“

Keine Haftung

Am 20. November 1987 hat die Band Keine Haftung ihre Einstufung gemacht. Das Konzert wurde mitgeschnitten und wenig später ans Parocktikum geschickt. Im Laufe der Zeit wurde der Song „Menschenskind“ drei Mal aufgeführt. Gunnar hat den nötigen Hinweis auf die Herkunft der Band geliefert: sie war in Teltow, also in der waldreichen Umgebung Berlins zu Hause.

Als Zugabe für alle Blog-User gibts von Keine Haftung noch einen zweiten Song „Kein Friedenslied“.

die anderen (Interview vom 20.1.1987)

Das erste Interview mit Olaf Tost und Stefan Schüler fand unter etwas seltsamen Umständen statt. Umso lockerer und auskunftsfreudiger waren die beiden Gründungsmitglieder der Band „die anderen“. Es gibt viele Infos über die Aktivitäten der Kombo in ihren ersten beiden Jahren. Im Gespräch ist irgendwann die Rede vom „Berliner Haus“ – damit ist das Berliner Haus für Kulturarbeit gemeint, eine Institution, die Berliner Bands mit verschiedensten Förderaktivitäten unter die Arme greifen konnte.

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